Schwangerenvorsorge

Mit dieser Information möchte ich Sie über die Untersuchungen in der Schwangerschaft und deren Bedeutung informieren. Selbstverständlich kann dies das persönliche Gespräch nicht ersetzen. Deshalb auch die Bitte: Sollten Sie Fragen haben richten Sie diese an mich oder das Praxisteam.

Der Mutterpass: Hier werden alle durchgeführten Untersuchungen vermerkt. Sie sollten ihn in der Schwangerschaft möglichst immer bei sich tragen und zur Untersuchung mitbringen. Er dient im Krankenhaus zur Information über den Schwangerschaftsverlauf und zur Dokumentation der Entbindung. Auch die Untersuchung 6-8 Wochen nach Entbindung wird hierin vermerkt.

Blutuntersuchungen werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt. Bei der ersten Untersuchung wird die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt. Gleichzeitig wird ein Test auf irreguläre Blutgruppenantikörper durchgeführt, welche das Kind gefährden können. Eine Kontrolle erfolgt noch mal gegen Ende der Schwangerschaft. Weitere Untersuchungen sollen Krankheiten erfassen, die für das Kind in der Schwangerschaft oder bei Geburt gefährlich sein können. Der Test auf HIV ist medizinisch sinnvoll, da die Übertragung auf das Kind mit modernen Methoden weitgehend ausgeschlossen werden kann. Dieser bedarf Ihrer Zustimmung ebenso wie der Test auf Lues (Syphilis). Die meisten Schwangeren haben einen Impfschutz gegen Röteln als Kind erhalten. Dieser ist nicht immer wirksam und wird deshalb überprüft. Eine Röteln-Erkrankung in der Schwangerschaft kann Missbildungen des Ungeborenen verursachen. Die Leberentzündung vom Typ B (Hepatitis B) kann beim Neugeborenen eine Schädigung der Leber verursachen. Viele Schwangere benötigen Eisen. Regelmäßige Kontrollen des roten Blutfarbstoffes (Hb) ermitteln diese. Weitere Untersuchungen werden bei Bedarf durchgeführt und müssen medizinisch begründet sein.

Gleich am Anfang wird ein Abstrich auf Chlamydien vom Gebärmutterhals entnommen. Sind diese Bakterien vorhanden, können sie zu vorzeitigem Blasensprung und Wehen führen und müssen deshalb behandelt werden. Gegen Ende der Schwangerschaft wird ein Abstrich auf Streptokokken der Gruppe B (GBS) von der Scheide durchgeführt. Diese können nach der Geburt beim Kind zu einer lebensbedrohlichen Infektion führen und werden deshalb vorher behandelt.

Die regelmäßigen Untersuchungen werden zunächst bei unauffälligem Schwangerschafts-verlauf alle 4 Wochen, ab der 30. Woche alle 2 Wochen und bei Überschreitung des errechneten Termins meist alle zwei Tage durchgeführt. Sie dienen zur Kontrolle des regelrechten Schwangerschaftsverlaufes und möglichst frühen Erkennung von Problemen. Eine Tastuntersuchung des Gebärmutterhalses und am Ende der Schwangerschaft die CTG-Aufzeichnung (gleichzeitige Dokumentation von Wehen und Herztonkurve) sollen vorzeitige Wehen ausschließen. Die Herztonkurve lässt darüber hinaus Rückschlüsse auf das Wohlergehen des Kindes zu.

Ein Wort zum errechneten Geburtstermin: Er liegt 280 Tage nach dem Beginn der letzten Periode vor der Schwangerschaft. Er wird evtl. auch nach einer frühen Ultraschall-untersuchung bei Unklarheit ermittelt. Dies ist also nur ein Mittelwert. Eine Geburt des Kindes 2 Wochen vor und auch 2 Wochen nach diesem Termin ist normal.

Die Urinuntersuchung soll vor allem einen Harnwegsinfekt ausschließen, der in der Schwangerschaft gehäuft vorkommt. Die Ausscheidung von Protein im Urin kann Hinweis auf eine schwangerschaftbedingte Erkrankung (Präeklampsie) sein.

Ultraschalluntersuchungen haben eine Reihe von Aufgaben. Sie sollen zunächst eine regelrechte Anlage der Schwangerschaft feststellen und auch wie erwähnt den Geburtstermin überprüfen. Später ist es möglich, Details des Kindes zu erkennen, seine Lage und auch das ungefähre Gewicht zu untersuchen. Sie sollen also im wesentlichen einen normalen Verlauf dokumentieren und bei Problemen zu weiterer Diagnostik führen. Eine Videoaufzeichnung der Untersuchung ist in meiner Praxis möglich, Ausnahmen behalte ich mir allerdings vor.
Neben den Routineuntersuchungen führe ich alle weiterführenden Untersuchungen der sonographischen Pränataldiagnostik auch auf Überweisung anderer Frauenärzte durch.

Der Fehlbildungsultraschall wird etwa in der 20. Woche durchgeführt. Er dient bei erhöhtem Risiko der Diagnostik der Organe des Kindes. Da eine ganze Reihe von Fehlbildungen heute bei Entbindung in der entsprechenden Klinik gut behandelt werden kann, kommt ihm eine besondere Bedeutung zu.

Die Untersuchung des Herzens des Ungeborenen (fetale Echokardiographie) wird ebenfalls im Rahmen der Organdiagnostik durchgeführt und bedarf einer speziellen Weiterbildung.

Mit der Farbdopplersonographie gelingt es die Blutversorgung von Kind und Plazenta zu untersuchen, um bei Problemen rechtzeitig handeln zu können.

Zum Thema Nuchal Translucency Messung habe ich ein eigenes Merkblatt erstellt. Mit dieser Untersuchung kann bereits früh das individuelle Risiko von Chromosomen-anomalien ermittelt werden.

Die sichere Untersuchung der Chromosomen (Träger der Erbinformation) des Kindes gelingt bis heute nur durch eine Punktion. Dies werde ich mit Ihnen besprechen.

Bei der Chorionzottenbiopsie wird mit einer Kanüle ab der 11. Schwangerschaftswoche Gewebe der Plazenta unter Ultraschallsicht entnommen. Ab der 14. Schwangerschafts-woche kann ebenfalls unter Ultraschallsicht eine kleine Menge Fruchtwasser entnommen werden (Amniozentese). Die Durchführung dieser Untersuchungen bedarf vorher des persönlichen Gespräches und sprengt den Rahmen dieser Information.

Ich hoffe Sie mit dieser kurzen Broschüre über den Sinn und den Inhalt der Vorsorge-untersuchungen informiert zu haben. Eine vollständige Darstellung ist nicht möglich. Selbstverständlich besteht zu jedem Termin und auch sonst die Möglichkeit, Fragen zu erörtern.

Das Praxisteam wünscht Ihnen für den Verlauf von Schwangerschaft und Entbindung alles Gute!